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Elektroauto zu Hause laden: Kosten, Wallbox, § 14a und E-Auto-Förderung 2026

Was 100 km mit Haushaltsstrom kosten, was öffentliches Laden kostet, wie § 14a die Netzentgelte senkt und wer 2026 die neue E-Auto-Förderung bekommt.

Tanken war 2026 in Deutschland so teuer wie nie. Der ADAC meldet für August 2026 einen Monatsdurchschnitt von 2,145 € pro Liter Super E10, ein neues Allzeithoch, und am 7. April kostete Diesel im Tagesmittel 2,446 €. Wer in dieser Lage über ein Elektroauto nachdenkt, will vor allem eine Zahl wissen: Was kosten 100 Kilometer, wenn ich zu Hause lade?

Rechenbeispiel: Haushaltsstrom gegen Benzin

Wir rechnen mit einem mittleren E-Auto, das inklusive Ladeverlusten 18 kWh pro 100 km braucht, und mit dem Neukundenpreis für Haushaltsstrom, den Verivox Ende September 2026 mit rund 31 Cent pro kWh angibt. Im Durchschnitt aller Haushalte, also auch mit älteren Verträgen und Grundversorgung, sind es 32,3 Cent:

  • Elektroauto, zu Hause geladen: 18 kWh × 0,31 € = rund 5,60 € pro 100 km (mit 32,3 Cent rund 5,80 €)
  • Benziner mit 7 l/100 km, E10 zu 2,145 €: rund 15,00 € pro 100 km
  • Diesel mit 6 l/100 km, zu 2,223 € (ADAC, August 2026): rund 13,30 € pro 100 km

Verbrauch und Literpreise sind Annahmen für das Beispiel. Ihr Auto, Ihre Fahrweise und Ihr Stromtarif verändern das Ergebnis. Der Abstand bleibt aber groß, solange Sie überwiegend zu Hause laden. Mit einem günstigeren Tarif wird er noch größer: Verivox nennt für viele Postleitzahlen Neukundentarife deutlich unter der Grundversorgung. Den eigenen Tarif prüfen Sie im Vergleich.

Öffentliches Laden kostet ein Vielfaches

Der ADAC stellt im Juli 2026 fest, dass man unterwegs selten unter rund 50 Cent pro kWh lädt. Spontanes Laden ohne Vertrag (Ad-hoc) kann laut einer ADAC-Untersuchung bis zu 62 % teurer sein als mit Ladetarif, an der Autobahn wurden 84 Cent gegenüber 52 Cent gemessen. Tesla bietet an seinen Superchargern ein Monatsabo für 9,99 € mit niedrigeren Preisen, Shell Recharge verlangt seit Juni 2025 an über 1.600 Ladepunkten dynamische Preise, die dem Strommarkt folgen.

Bei 50 Cent kosten 100 km mit 18 kWh also rund 9 €, bei 84 Cent rund 15 €, so viel wie Benzin. Wer keine Lademöglichkeit zu Hause oder beim Arbeitgeber hat, spart mit dem E-Auto deutlich weniger.

Die Wallbox und § 14a EnWG

Eine Wallbox lädt sicherer und schneller als die Haushaltssteckdose. Hat sie mehr als 4,2 kW Leistung, und das haben praktisch alle, fällt sie unter § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung bei drohender Überlastung vorübergehend auf 4,2 kW drosseln. Das reicht weiterhin zum Laden. Im Gegenzug zahlen Sie weniger Netzentgelt:

  • Modul 1: eine pauschale Reduzierung, deren Höhe je nach Netzgebiet unterschiedlich ist. Den aktuellen Betrag nennt das Preisblatt 2026 Ihres Netzbetreibers.
  • Modul 2: Für die Wallbox mit eigenem Zähler zahlen Sie nur 40 % des normalen Netz-Arbeitspreises, für diesen Zähler fällt kein zusätzlicher Netz-Grundpreis an. Modul 2 lässt sich nicht mit den anderen kombinieren.
  • Modul 3: Seit April 2025 gibt es zusätzlich zu Modul 1 zeitvariable Netzentgelte mit drei Preisstufen, die Laden in ruhigen Stunden belohnen.

Melden müssen Sie jede Wallbox dem Netzbetreiber ohnehin vor der Inbetriebnahme, über 12 kVA braucht sie seine Zustimmung (§ 19 NAV). Das Modul wählen Sie bei dieser Anmeldung oder beim Abschluss des Stromvertrags. Nicht alle Netzbetreiber setzen das sauber um. Die Bundesnetzagentur hat im Mai 2026 Verfahren eingeleitet und zwei Netzbetreibern Zwangsgelder angedroht. Bis zum 30. September 2026 müssen die Mängel behoben sein. Wenn Ihr Netzbetreiber die Reduzierung nicht auf der Rechnung zeigt, fragen Sie nach.

Nachtstrom, dynamische Tarife und Solarstrom

Klassische Nachtstromtarife spielen kaum noch eine Rolle. Heute lohnt sich eher ein dynamischer Stromtarif, der die stündlichen Börsenpreise weitergibt. Ein E-Auto, das nachts oder an windigen Tagen lädt, profitiert davon besonders. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem, und davon waren Ende Juni 2026 laut Bundesnetzagentur erst 5,9 % aller Messstellen ausgestattet.

Mit einer eigenen Photovoltaikanlage wird das Laden noch günstiger, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde den teuren Netzstrom ersetzt. Wie viel Ihr Dach liefert, zeigt unser Solarrechner, mehr dazu im Photovoltaik-Ratgeber.

E-Auto-Förderung 2026

Seit 2026 gibt es wieder eine staatliche Kaufprämie für Privatleute. Laut ADAC (Stand 15. Juli 2026):

  • Förderfähig sind Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026, Anträge sind seit dem 19. Mai 2026 über das Portal des BAFA möglich, spätestens 12 Monate nach Zulassung.
  • Die Prämie liegt zwischen 1.500 und 6.000 €. Reine E-Autos bekommen mindestens 3.000 €, Plug-in-Hybride mindestens 1.500 €. Haushalte mit niedrigerem Einkommen erhalten mehr.
  • Je Kind kommen 500 € dazu, höchstens für zwei Kinder.
  • Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf höchstens 80.000 € betragen, plus 5.000 € je Kind unter 18, maximal 90.000 €.
  • Das Programm hat rund 3 Milliarden Euro und soll über drei bis vier Jahre etwa 800.000 Fahrzeuge fördern.

Dazu kommt laut ADAC die Kfz-Steuerbefreiung für reine E-Autos, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, längstens bis Ende 2035, und für Dienstwagen gilt weiter die 0,25-Prozent-Regel beim geldwerten Vorteil. Ein bundesweites Förderprogramm für private Wallboxen nennt der ADAC nicht. Einzelne Kommunen und Stadtwerke fördern regional, fragen Sie vor Ort nach.

THG-Quote

Als Halter eines E-Autos können Sie jedes Jahr die eingesparten Treibhausgasemissionen über einen Dienstleister verkaufen. Die Prämien schwanken mit dem Markt für THG-Quoten und hängen davon ab, wie viele Quoten gerade angeboten werden. Beträge aus früheren Jahren taugen deshalb nicht als Maßstab für das nächste Jahr. Vergleichen Sie mehrere Anbieter und achten Sie darauf, ob ein fester Betrag garantiert oder nur ein Erlös in Aussicht gestellt wird.

Was Sie jetzt tun können

Bevor das Auto kommt: Fragen Sie beim Netzbetreiber nach Modul 1 oder 2, lassen Sie vom Elektriker prüfen, ob der Hausanschluss eine Wallbox ohne Umbau verkraftet, und schauen Sie sich Ihren Stromtarif an. Ein Mehrverbrauch von einigen tausend kWh im Jahr macht den Arbeitspreis wichtiger als je zuvor, ein Tarifvergleich mit dem neuen Jahresverbrauch zeigt, ob ein anderer Tarif besser passt. Und wenn der Hausanschluss knapp ist, fragen Sie den Elektriker, ob eine Wallbox mit 11 kW statt 22 kW reicht: Die braucht keine Zustimmung, nur die Meldung.

Quellen

  1. Verivox: Strompreise aktuell (2026-09-25)
  2. ADAC: Kraftstoffpreisentwicklung (2026-09-28)
  3. ADAC: Ladetarife für Elektroautos im Vergleich (2026-07-06)
  4. ADAC: Förderung für Elektroautos (2026-07-15)
  5. Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§ 14a EnWG) (2026-09-28)
  6. Bundesnetzagentur: Verfahren wegen mangelnder Umsetzung der Netzentgeltreduzierungen (2026-05-28)
  7. § 19 NAV: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen und Ladeeinrichtungen (2026-09-29)
  8. Bundesnetzagentur: Halbjährliche Erhebung im Messwesen (2026-09-21)

Fakten geprüft am 29. September 2026.

Häufige Fragen

Was kosten 100 km mit Strom von zu Hause?
Bei einem angenommenen Verbrauch von 18 kWh pro 100 km und dem Verivox-Neukundenpreis von rund 31 Cent pro kWh sind es etwa 5,60 €, beim Durchschnittspreis aller Haushalte von 32,3 Cent rund 5,80 €. Ein Benziner mit 7 Litern kostet beim ADAC-Monatsdurchschnitt für E10 im August 2026 (2,145 € pro Liter) rund 15 €.
Gibt es 2026 wieder eine Förderung für Elektroautos?
Ja. Laut ADAC sind Käufe ab dem 1. Januar 2026 förderfähig, Anträge laufen seit dem 19. Mai 2026 über das BAFA-Portal. Die Prämie liegt je nach Fahrzeug, Einkommen und Kinderzahl zwischen 1.500 und 6.000 €, die Einkommensgrenze bei 80.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen plus 5.000 € je Kind.
Muss ich meine Wallbox anmelden?
Ja. Jede Wallbox müssen Sie dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme melden, über 12 kVA braucht sie vorher seine Zustimmung (§ 19 NAV). Neue Wallboxen über 4,2 kW fallen seit 2024 zusätzlich unter § 14a EnWG: Der Netzbetreiber darf sie im Engpass kurzzeitig auf 4,2 kW drosseln, dafür zahlen Sie weniger Netzentgelt.