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LichtBlick: Ökostrom-Tarife, Gas mit Biogas und was Sie vor dem Wechsel wissen sollten

LichtBlick im Überblick: woher der Ökostrom kommt, Relax, Komfort, Easy und Dynamic im Vergleich, Gas mit 10, 30 oder 100 Prozent Biogas, Vor- und Nachteile.

LichtBlick ist einer der Namen, die fallen, sobald jemand in Hamburg, Köln oder Leipzig fragt, wo es „richtigen“ Ökostrom gibt. Der Anbieter verkauft seit 1998 grünen Strom, hat nach eigenen Angaben in Hunderten Gerichtsverfahren um faire Regeln im Strommarkt gestritten und gehört heute zu einem niederländischen Energiekonzern. Was die Tarife konkret bieten und wo Sie genau hinsehen sollten, erklärt dieser Überblick.

Transparenzhinweis: LichtBlick ist Partner von Switchly. Wechseln Sie über einen gekennzeichneten Partnerlink, erhalten wir eine Provision. Die Angaben hier stammen von den Tarifseiten, der Stromkennzeichnung und der Verbraucherzentrale.

Wer LichtBlick ist

Die LichtBlick SE sitzt in Hamburg. Seit 2018 gehört sie vollständig zu Eneco aus Rotterdam; die Übernahme lief in zwei Schritten 2017 und 2018. Nach eigenen Angaben vertrauen rund zwei Millionen Menschen auf LichtBlick. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 nennt das Unternehmen 1,36 Milliarden Euro Umsatz, 2025 verkaufte es rund 6,1 TWh Energie. Eigene Anlagen gibt es auch: 2022 startete der erste eigene Solarpark in Calbe, 2025 begann der Bau eines Batteriespeichers mit rund 100 MW in Röhrsdorf.

Die Vertragsbedingungen, also Kündigung, Preiserhöhung und Umzug, haben wir im Profil von LichtBlick zusammengefasst.

Woher der Ökostrom kommt

Auf der Tarifseite verspricht LichtBlick „100 % erneuerbare Energie aus Deutschland mit Herkunftsnachweis“. Die Stromkennzeichnung für 2025 (Stand 1. Juli 2026) wird genauer: Für alle Neukundinnen und Neukunden im Privatkundenbereich stammen die Herkunftsnachweise aus deutschen Wind- und Solaranlagen. Das ist mehr, als viele Ökostromtarife bieten. Die meisten Nachweise am Markt kommen aus dem Ausland, oft aus alten Wasserkraftwerken, und kosten laut Verbraucherzentrale nur Bruchteile eines Cents pro Kilowattstunde.

Ein unabhängiges Ökostromsiegel mit Investitionskriterium nennt die Tarifseite nicht; gezeigt wird ein TÜV-Siegel „geprüfter Ökostrom“. In der Anbieterliste von EnergieVision, dem früheren ok-power-Siegel, steht LichtBlick nicht (Stand 9. Oktober 2026). Das muss nicht heißen, dass der Tarif der Energiewende nichts bringt. Es heißt nur, dass Sie es selbst beurteilen müssen. Wie das geht, steht im Ratgeber Echten Ökostrom erkennen.

Die Stromtarife im Vergleich

LichtBlick bietet vier Haushaltstarife an. Die Unterschiede liegen in Laufzeit, Preisgarantie und Bonus.

TarifLaufzeitPreisgarantieBesonderheit
ÖkoStrom Relax24 Monate24 Monatelaut LichtBlick der günstigste Festpreistarif
ÖkoStrom Komfort12 Monate12 Monatekürzere Bindung
ÖkoStrom Easy12 oder 24 Monateauf der Seite nicht genanntdauerhaft niedriger Arbeitspreis, kein Bonus
ÖkoStrom Dynamicmonatlich kündbarkeineBörsenpreis, Smart Meter nötig

Bei der Preisgarantie unterscheidet LichtBlick zwei Arten. Die Energiepreisgarantie fixiert Beschaffung und Vertrieb, nicht aber Steuern, Abgaben und Netzentgelte. Die eingeschränkte Preisgarantie umfasst zusätzlich Netz- und Messentgelte. Welche für Ihren Tarif gilt, steht in den Tarifdetails vor dem Abschluss. Der Unterschied ist nicht klein: Ändert der Netzbetreiber zum Jahreswechsel seine Entgelte, betrifft das bei der ersten Variante Ihren Preis.

Easy ist für Leute gedacht, die keinen Bonus wollen, sondern einen niedrigen laufenden Preis. Das ist oft die ehrlichere Rechnung, denn ein Neukundenbonus fällt im zweiten Jahr weg. Warum Sie Tarife ohne Bonus vergleichen sollten, erklärt unser Ratgeber Neukundenbonus und Preisgarantie. Die Kündigungsfrist ist bei allen Tarifen laut AGB ein Monat; nach der Mindestlaufzeit läuft der Vertrag unbefristet weiter, ohne Verlängerung um ein weiteres Jahr.

ÖkoStrom Dynamic

Beim dynamischen Tarif gibt LichtBlick den Spotmarktpreis weiter, der sich alle 15 Minuten ändert. Eine Preisabsicherung besteht nach eigener Angabe nicht. Steigen die Börsenpreise, steigt Ihre Rechnung. Den Smart Meter baut der Partner metrify laut LichtBlick kostenlos ein. Grundgebühr und Aufschlag pro Kilowattstunde stehen nicht auf der Übersichtsseite; prüfen Sie sie vor dem Abschluss, denn beim dynamischen Tarif sind das die Posten, in denen sich die Anbieter unterscheiden. Für wen sich das Modell lohnt, steht im Ratgeber Dynamischer Stromtarif.

Wärmepumpe und Nachtspeicher

Für Wärmepumpen bietet LichtBlick Wärmestrom an, ebenfalls als Ökostrom. Voraussetzung ist in der Regel eine passende Zählerkonfiguration, etwa ein eigener Zähler für die Wärmepumpe, und eine steuerbare Anlage nach § 14a EnWG. Dann sinken nach § 22 EnFG die KWK-Umlage und die Offshore-Netzumlage auf 0,00 ct/kWh. LichtBlick schätzt den Vorteil bei 5.700 kWh auf etwa 74 € im Jahr, gerechnet mit den Umlagesätzen von 2025. Laufzeiten und Preisgarantien gibt es auch hier in mehreren Varianten. Wie viel Strom Ihre Wärmepumpe braucht, zeigt der Wärmepumpen-Rechner.

Gas mit Biogasanteil

Beim Gas hat LichtBlick drei Produkte, jeweils mit 12 oder 24 Monaten Laufzeit:

  • LichtBlick Gas mit einem Biogasanteil von mindestens 10 Prozent im Jahresmittel,
  • Gas Plus mit mindestens 30 Prozent Biogas,
  • BioGas als reines Biogasprodukt aus Rest- und Abfallstoffen, laut LichtBlick mit rund 68 g CO₂e pro kWh, etwa 68 Prozent weniger als fossiles Erdgas.

Für Gas und Gas Plus fördert LichtBlick zusätzlich Klimaschutzprojekte über stillgelegte Gold-Standard-Zertifikate. Die Verbraucherzentrale ist bei solchen Kompensationen skeptisch, weil sich die Wirkung schwer prüfen lässt, und schreibt auch, dass Gas aus 100 Prozent Biomethan etwa doppelt so viel kostet wie konventionelles Erdgas. Ein verlässliches Siegel für Ökogas gibt es laut Verbraucherzentrale nicht. Das Gas mit Biogasanteil bleibt also überwiegend Erdgas, und die Preise sollten Sie wie bei jedem anderen Gastarif vergleichen. Wie das geht, steht im Ratgeber Gasanbieter wechseln.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Für LichtBlick spricht: Herkunftsnachweise aus deutschen Wind- und Solaranlagen für Neukunden, klare Kündigungsfrist von einem Monat ohne automatische Verlängerung um ein Jahr, Tarife ohne Bonus für alle, die nicht jedes Jahr wechseln wollen, und ein dynamischer Tarif mit kostenlosem Smart-Meter-Einbau.

Dagegen spricht: Ein Siegel mit Investitionskriterium wie das Grüner Strom Label oder EnergieVision nennt LichtBlick nicht. Welche Preisgarantie gilt, müssen Sie in den Tarifdetails suchen. Und beim Umzug verlangt LichtBlick laut AGB eine Meldung spätestens sieben Werktage vorher; wer das vergisst, zahlt für die alte Wohnung weiter.

Für wen LichtBlick passt

LichtBlick passt zu Haushalten, die Ökostrom mit deutscher Herkunft wollen, eine Preisgarantie von ein oder zwei Jahren schätzen und keine Lust haben, jedes Jahr dem Bonus hinterherzulaufen. Mit Wärmepumpe oder E-Auto lohnt ein Blick auf Wärmestrom und den dynamischen Tarif. Wer dagegen einfach den niedrigsten Preis für seine Postleitzahl sucht, sollte LichtBlick nicht ungeprüft nehmen, sondern mit anderen Angeboten vergleichen.

So gehen Sie vor: Jahresverbrauch und aktuellen Preis von der Rechnung abschreiben (Hilfe im Rechnungs-Check), dann auf unserer Vergleichsseite LichtBlick neben zwei, drei andere Ökostromtarife stellen, jeweils ohne Bonus gerechnet. Partnerlinks sind dort gekennzeichnet. Das Ende der Preisgarantie tragen Sie in die Vertragserinnerung ein. Einen Überblick über weitere Ökostromanbieter gibt unser Ökostromanbieter-Vergleich 2026.

Quellen

  1. LichtBlick: ÖkoStrom-Tarife (Relax, Komfort, Easy, Dynamic) (2026-10-09)
  2. LichtBlick: ÖkoStrom Dynamic (2026-10-09)
  3. LichtBlick: Stromkennzeichnung 2025 (Stand 01.07.2026) (2026-10-09)
  4. LichtBlick: Gas, Gas Plus und BioGas (2026-10-09)
  5. LichtBlick: Ökostrom für die Wärmepumpe (2026-10-09)
  6. LichtBlick: Über LichtBlick (Geschichte, Eneco, Kennzahlen) (2026-10-09)
  7. Verbraucherzentrale: Ist ein Tarif mit Ökostrom und Ökogas überhaupt sinnvoll? (Stand 24.10.2024) (2026-10-09)
  8. EnergieVision e.V.: Zertifizierte Anbieter (ehemals ok-power) (2026-10-09)

Fakten geprüft am 9. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Woher kommt der Ökostrom von LichtBlick?
Laut Stromkennzeichnung 2025 stammen die Herkunftsnachweise für alle Neukundinnen und Neukunden im Privatkundenbereich aus deutschen Wind- und Solaranlagen. Physikalisch bekommen Sie wie alle anderen den Strommix aus dem Netz; der Tarif regelt, welche Erzeugung Ihnen zugerechnet wird.
Was ist der Unterschied zwischen ÖkoStrom Relax und Komfort?
Vor allem die Dauer. Relax hat 24 Monate Laufzeit und Preisgarantie, Komfort 12 Monate. LichtBlick nennt Relax den günstigsten Festpreistarif. Welche Art von Preisgarantie gilt, steht in den Tarifdetails.
Wie lange ist die Kündigungsfrist bei LichtBlick?
Laut AGB ein Monat. Mit Mindestlaufzeit erstmals zu deren Ende, danach läuft der Vertrag unbefristet weiter und bleibt mit einem Monat Frist kündbar.
Ist LichtBlick Gas klimaneutral?
Nein, es ist Erdgas mit Biogasanteil. Gas enthält im Jahresmittel mindestens 10 Prozent Biogas, Gas Plus mindestens 30 Prozent, BioGas ist ein reines Biogasprodukt aus Rest- und Abfallstoffen. Für Gas und Gas Plus fördert LichtBlick zusätzlich Klimaschutzprojekte über Zertifikate; die Verbraucherzentrale rät von Kompensationsprodukten ab, weil sich die Wirkung schwer prüfen lässt.
Hat LichtBlick einen dynamischen Stromtarif?
Ja, ÖkoStrom Dynamic. Der Preis folgt dem Spotmarkt und ändert sich alle 15 Minuten, eine Preisabsicherung gibt es nicht. Der Tarif ist monatlich kündbar und braucht einen Smart Meter, den der Partner metrify laut LichtBlick kostenlos einbaut.